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EmK-Freizeiten

Ein Vorwort von Pastor Klaus Schopf

Nach jeder Reise sage ich mir: Nimm nicht so viel Gepäck mit. Denn ich spüre: das wichtigste habe ich noch nicht eingepackt: Mein Leben mit all seinen schönen Seiten und mit dem, was mich bedrückt. Ich stehe auf keiner Urlaubs-Checkliste. Aber wie soll ein Urlaub gelingen, wenn ich vergesse, mich selbst mitzunehmen.

 

Ferien. Urlaub. Da schwingt die Hoffnung mit, den Alltag hinter sich zu lassen. Da ist auch der Traum von Ferne, Weite und Ruhe, um Abstand zu gewinnen von Anforderungen und Lebenssituationen. Ferien sind eine wichtige Zeit im Rhythmus des Lebens. Es ist eine geschenkte und eine verdiente Zeit. Kürzlich las ich den Satz: „Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe." Also denn: Singen und spielen wir miteinander! Das ist bei unseren Freizeiten möglich.

 

Die Sehnsucht, dem Alltag zwischendurch entfliehen zu können, verbindet uns mit den Menschen biblischer Zeit. Obwohl damals unvorstellbar, was heute per Flugzeug problemlos möglich ist, seufzte schon ein Psalmbeter (Psalm 55,7): „O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich wegflöge und Ruhe fände!"

 

Die Bibel erzählt auch, dass Gott den siebenten Tag gesegnet hat und er an diesem Tag von aller Arbeit ruhte. Gott fordert uns Menschen auf, es ihm gleich zu tun, den Feiertag zu heiligen. Es gibt in den Zehn Geboten kein Gebot zur Arbeit, wohl aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Plutarch von Chäronea sagte bereits im ersten Jahrhundert nach Christus: Erholung ist die Würze der Arbeit.

 

Und Platon hat den folgenden Satz gesagt, der durchaus auch für unsere Freizeiten trefflich passt: „Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.”

 

Dieser Tage schrieb ein Teilnehmer unserer diesjährigen Freizeit in einem Brief: „…für mich war es eine neue Erfahrung eine Freizeit live mitzubekommen. Die Freizeitgruppe bildete eine besondere Gemeinschaft. Die wohltuende Atmosphäre hängt sicher zum guten Teil an dem sehr guten Programm, das die Leute von euch geboten bekommen. Eine gelungene Woche zum (Aktiv)Erholen und Ausspannen!“

 

 „Freizeitarbeit in der Evangelisch-methodistischen Kirche ermöglicht die Chance der Verkündigung im ganzheitlichen Sinn, ist missionarische Arbeit, bietet Chancen der Seelsorge und Ermutigung; bietet Gelegenheit, Gemeinschaft mit anderen zu erleben; dient der Erholung, Entspannung, Besinnung, Bildung und sinnvollen Freizeitgestaltung…“ (ein Auszug aus den Zielen unserer Freizeitarbeit).

 

Dies soll auch in den neuen Angeboten und Freizeiten für das Jahr 2018 zum Ausdruck kommen. Nehmen Sie sich die Zeit und machen Sie eine kleine virtuelle Urlaubsreise durch dieses Heft. Suchen Sie sich die Freizeit aus, die Ihnen zusagt und melden Sie sich an. Geben Sie das Heft gerne an Bekannte und Freunde weiter und erleben Sie einen besonderen Freizeiturlaub.

 

Und: Denken Sie beim Packen daran: Nehmen sie sich mit. Das macht den Urlaub erst zum Erlebnis.

Im Namen der Fachgruppe Freizeiten der EmK und im Namen aller Freizeitleiterinnen und Freizeitleiter grüße ich Sie herzlich und wünsche schon jetzt einen schönen Urlaub, wie ihn nur Heinz Erhardt auf den Punkt bringen konnte:

 

Ich geh‘ im Urwald für mich hin …
Wie schön, dass ich im Urwald bin:
man kann hier noch so lange wandern,
ein Urbaum steht neben dem andern.
Und an den Bäumen, Blatt für Blatt,
hängt Urlaub. Schön, dass man ihn hat!

 

 

 

Klaus Schopf

Pastor und Vorsitzender der Fachgruppe Freizeiten